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Lehr- und Wanderpfad

admin Webseite 29. Juli 2026

TECHNISCH-HISTORISCHER LEHR- UND WANDERPFAD

Auf den Spuren der Industriekultur

Das Glas- und Keramikmuseum beleuchtet Aspekte der Industriekultur im Raum Großalmerode. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der facettenreichen Keramikindustrie, die bis heute eine wichtige Stellung einnimmt.

Viele der hier vorgestellten Gewerbe haben ihre Produktion eingestellt.

Die einst bedeutsame Alaun-, Tonpfeifen- und Irdenwareherstellung sowie der Braunkohlenabbau wurden aufgrund allgemeiner Marktentwicklungen aufgegeben. Die Glasproduktion musste nach landesherrlichem Beschluss beendet werden. Andere Industriezweige, wie die Herstellung von Graphit- und Hessischen Schmelztiegeln sowie weiterer feuerfester Spezialprodukte, sind noch immer aktiv und weltweit nachgefragt.

Waldgläsnerei, das tonverarbeitende Gewerbe und insbesondere der Braunkohlenabbau haben die Landschaft verändert und ihre Spuren hin-terlassen. Die Gläsnerei ist heute im Kaufunger Wald anhand von Ofen-und Abwurfhügeln mehr oder weniger sichtbar. Die Halden der Nieste-hütte sind in ihrem Ausmaß die größten Europas. Ausgekohlte Tagebaue sind heute rekultiviert und als Seen - wie der Exbergsee - sichtbar.

Der Technisch-historische Lehr- und Wanderpfad verfolgt den Ansatz, sichtbare Spuren der Industriekultur zu erläutern und unsichtbare in das Gedächtnis zurück zu rufen. Er will die Verflechtung zwischen Na-turraum, industrieller Entwicklung und kultureller Identität aufzeigen.

Als Ergänzung zur musealen Präsentation führt er zu Gebäuden und Orten ehemaliger Produktion oder Förderung. Zu den noch sichtbaren Relikten gehört die ehemalige Osmoseanlage zur Reinigung von Rohton und die Zeche Hirschberg im Ortsteil Epterode. Andere Tafeln zum Berg-bau, wie im Ortsteil Rommerode zur „Gewerkschaft Marie am Hirsch-berg" oder in Wickenrode, weisen auf einstige Bedeutung hin, jedoch ohne heute noch sichtbare Spuren.

Ebenso finden sich moderne Fabriken, deren Anfänge in das 19. Jahrhundert reichen bzw. sich seit mehreren hundert Jahren im Familienbesitz befinden. Dazu gehören z.B. die Schmelztiegelfabriken Aug. Gundlach KG, Becker & Piscantor (heute Vesuvius) und Conrad Liphard & Söhne GmbH.

Die vielfältigen Aspekte der regionalen Industriekultur sind symbolisch vereint: Jede Tafel ist trapezförmig und wird von einem Gestell gehalten, das dem deutschen Türstock nachempfunden ist. Türstock ist die berg männische Bezeichnung für den Gruben- bzw. Stollenausbau, die den von Menschenhand geschaffenen Hohlraum vor dem Einsturz bewahrt.

Denn letztlich geht die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung der Region auf den Ton- und Braunkohlenbergbau zurück.

 

Adresse & Anfahrt

admin Webseite 29. Juli 2026

Glas- und Keramikmuseum Großalmerode
Kleiner Kirchrain 3
37247 Großalmerode

 

Hinweise zur Barrierefreiheit im Museum
Wir möchten allen Besuchern einen angenehmen und unbeschwerten Aufenthalt im Glas- und Keramikmuseum ermöglichen. Bitte beachte daher folgende Hinweise zu unseren Räumlichkeiten:
  • Zugang zum Gebäude: Der Haupteingang verfügt über eine Treppe. Eine mobile Rampe steht derzeit nicht bereit.
  • Innenräume & Ausstellungen: Die Ausstellungsräume im Erdgeschoss sind barrierefrei und ohne weitere Stufen zugänglich. Die oberen Etagen sind baubedingt (historisches Gebäude) leider nur über eine Treppe erreichbar.
  • Sanitäre Anlagen: Eine barrierefreie bzw. rollstuhlgerechte Toilette ist im Gebäude leider nicht vorhanden, kann aber ohne Überwindung von Stufen erreicht werden..
  • Assistenzhunde: Zertifizierte Assistenz- und Blindenführhunde dürfen selbstverständlich kostenlos mit in die Ausstellung genommen werden.
Fragen vor deinem Besuch?
Solltest du spezielle Unterstützung benötigen oder Fragen zu den Gegebenheiten vor Ort haben, kontaktiere uns gerne vorab telefonisch unter 05604/939412 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.. Wir helfen dir gerne weiter!

 

 

Tontabbau

admin Webseite 27. Juli 2026
Unter dem Hirschberg lagern Braunkohlenflöze und Tonschichten. Die verschiedenen Tonsorten werden seit dem 12. Jahrhundert bis heute abgebaut. Der historische Tonabbau in Großalmerode (Nordhessen) besitzt eine über 500-jährige Tradition und machte die Kleinstadt als „Stadt des guten Tons“ weltbekannt. Bereits im Jahr 1503 wurden die dortigen Tertiärtone erstmals urkundlich erwähnt. Aufgrund ihrer extremen Hitzebeständigkeit bildeten sie das Fundament für eine florierende europäische Industrie.

Der Abbau fand über die Jahrhunderte sowohl im Tagebau als auch tief unter der Erde statt. Während anfänglich oberflächennahe Schichten abgetragen wurden, verlagerte sich die Gewinnung zunehmend in den Tiefbau

  • Schwere Handarbeit: Früher errichteten die Bergleute die Strecken in mühevoller Handarbeit tief im Berg. Der Ton wurde mit Hacken gelöst und über Schächte nach oben befördert.
  • Der Lengemannschacht: Ein Meilenstein des industriellen Abbaus war die Inbetriebnahme des Lengemannschachts im Jahr 1904. Er sicherte über Generationen hinweg die Versorgung der lokalen Werke.

 

Glas

admin Webseite 27. Juli 2026

Der Kaufunger Wald war im 15. und 16. Jahrhundert eines der wichtigsten Zentren der Glasherstellung in Deutschland. Großalmerode wurde Sitz und Versammlungsort der hessischen Gläsnerzunft. Die Ausstellung zeigt wertvolle Gläser dieser Zeit.

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